Rat für Kulturelle Bildung e. V. –
eine starke Allianz für Kulturelle Bildung!

Der Verein „Rat für Kulturelle Bildung e. V.“ mit Geschäftsstelle in Essen wird von einem Stiftungsverbund getragen, dem sieben Stiftungen angehören. Der Zusammenschluss ermöglicht es den Stiftungen, gemeinsam starke Impulse für die Weiterentwicklung und Verankerung Kultureller Bildung auf zwei Ebenen zu geben: Diskurspolitik (unabhängiger Expertenrat „Rat für Kulturelle Bildung“), und Forschung („Forschungsfonds Kulturelle Bildung“).

08.04.2019

Forschungsfonds Kulturelle Bildung startet in die zweite Runde

Aktuelles

Alle vier Projektteams. Foto: Phil Dera

Vier interdisziplinäre Teams beginnen mit Befragungen an Schulen und Universitäten.
 

Wenn Wissenschaft auf künstlerisch-ästhetische Angebote trifft, stellt sich oft die Frage, ob hier zwei unvereinbare Welten aufeinandertreffen: Kann man künstlerisch-ästhetische Phänomene überhaupt wissenschaftlich beforschen und wenn ja, was kommt dabei heraus? Am Beispiel der im „Forschungsfonds Kulturelle Bildung“ geförderten wissenschaftlichen Projekte kann gezeigt werden, dass dies möglich ist und dass die Ergebnisse auch sehr praxisrelevante Folgen haben können. Ziel der Projekte ist es, zu untersuchen, wie spezifische künstlerisch-ästhetische Angebote auf Schülerinnen und Schüler sowie Studierende wirken und wie sie gestaltet werden sollten. So kann wissenschaftlich die Grundlage dafür geschaffen werden, bessere und wirksamere Angebote Kultureller Bildung in der Schule sowie Fort- und Weiterbildung zu verankern.

Seit 2015 werden im Forschungsfonds Kulturelle Bildung mit rund 2,5 Millionen Euro wissenschaftliche Vorhaben zu den Wirkungen und Effekten Kultureller Bildung auf Kinder, Jugendliche und Studierende gefördert.
In der zweiten Laufzeit 2018-2021 haben nun vier Teams mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihre Befragungen aufgenommen. Beteiligt sind Projektteams der Frankfurt University of Applied Sciences, der Hochschule für Musik Mainz, der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, der Musikhochschule Lübeck, der Universität Bremen und der Universität Göttingen. Erste Ergebnisse werden in circa einem Jahr erwartet.


„Bühne frei!“, Leitung: Prof. Dr. Sascha Schroeder, Prof. Dr. Carola Surkamp, Universität Göttingen (Mitte), Mitarbeit: Andreas Wirag, Rebecca Langer

Das Projekt „Bühne frei: Schulische Bildungsangebote im Bereich Darstellendes Spiel und ihre Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung“ befasst sich mit Theater-AGs an einer Gesamtschule in Göttingen. Untersucht werden die Wirkungen des Theaterspielens auf die Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmenden – es geht darum, Aspekte wie Offenheit für neue Erfahrungen, Kreativität, Empathievermögen, Motivation und sprachliches Selbstvertrauen in den Blick zu nehmen. Am Ende können Empfehlungen für die konkrete Gestaltung von Theater-AGs abgeleitet werden. 


„Musik begleitet“: Prof. Dr. Andreas Lehmann-Wermser (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) und Prof. Dr. Veronika Busch (Universität Bremen)

Das Projekt „Musik begleitet. Bedeutung musikalischer Bildungsangebote der Kindheit im Übergang zum Erwachsenenalter“ befragt knapp 20-Jährige, die entweder an berufsbildenden Schulen in der Ausbildung sind oder gerade ihr Studium aufgenommen haben, zur Bedeutung von Musik für ihre Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung. Ein Untersuchungsgegenstand: Wie nachhaltig wirken Musikangebote aus der Grundschulzeit bzw. wie müssen diese Angebote beschaffen sein, damit sie lange wirken?


„Musik und Persönlichkeit“: Leitung: Prof. Dr. Valerie Krupp-Schleußner (Hochschule für Musik Mainz, re.), Dr. Johannes Hasselhorn (Musikhochschule Lübeck, li.), Mitarbeit: Jacqueline Beisiegel, Hsin-Rui Lin

Das Projekt „Musik und Persönlichkeit. Bedingungen und Wirkungen musikalischer Bildungsangebote in Schulen“ befragt Schülerinnen und Schüler in 20 Schulen in Mainz und Lübeck zu ihrem Interesse an Musik-AGs, insbesondere freiwilligen Musik-AGs. Ziel ist es, auf Grundlage der Forschungsergebnisse Schulen zu beraten, wie musikalische Angebotsstrukturen erweitert oder verändert werden können, damit möglichst viele Jugendliche der Klassenstufen 5-8 erreicht werden.


„Durch Kulturelle Bildung zu Good Leadership?“: Prof. Dr. Barbara Lämmlein (re.) und Dr. Ulrike Gerdiken und, Frankfurt University of Applied Sciences

In dem Projekt „Durch Kulturelle Bildung zu Good Leadership? Theoretische Grundlagen und didaktische Konzepte für eine kulturpädagogische Führungskräftequalifizierung“ wird untersucht, ob und wie sich künstlerisch-ästhetisches Arbeiten auf das Selbstverständnis zukünftiger Führungskräfte auswirkt. Dazu werden unter anderem Studierende des „Bronnbacher Stipendiums - Kulturelle Kompetenz für künftige Führungskräfte“ befragt. Das Stipendium ist ein Exzellenzprogramm des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. Es wird von der BASF SE, der Daimler AG und der Karl Schlecht Stiftung sowie weiteren Förderern unterstützt.


Der Forschungsfonds ist ein Projekt des Stiftungsverbundes Rat für Kulturelle Bildung e.V., gefördert von der Stiftung Mercator und der Karl Schlecht Stiftung. Die Stiftung Mercator unterstützt drei Projekte mit einer Förderlinie, die den Fokus auf Wirkungen sowie Gelingensbedingungen Kultureller Bildung im Schulalltag legt. Die Förderlinie der Karl Schlecht Stiftung zu Ethik und Leadership fokussiert auf Fragen der Persönlichkeitsentwicklung von angehenden Führungskräften in der Wirtschaft durch Kulturelle Bildung, insbesondere im Hinblick auf Kreativität, ethisch-moralische und sozial-kommunikative Kompetenzen.