Rat für Kulturelle Bildung e. V. –
eine starke Allianz für Kulturelle Bildung!

Der Verein „Rat für Kulturelle Bildung e. V.“ mit Geschäftsstelle in Essen wird von einem Stiftungsverbund getragen, dem sieben Stiftungen angehören. Der Zusammenschluss ermöglicht es den Stiftungen, gemeinsam starke Impulse für die Weiterentwicklung und Verankerung Kultureller Bildung auf zwei Ebenen zu geben:

Diskurspolitik - durch den unabhängiger Expertenrat „Rat für Kulturelle Bildung“
Forschung - durch den „Forschungsfonds Kulturelle Bildung“

18.11.2020

Rückblick auf das Web-Forum „Kulturelle Bildung und Schule - Potenziale für Bildungsgerechtigkeit“ vom 22. Oktober 2020

Aktuelles

Wie sollten Angebote Kultureller Bildung in Kulturinstitutionen und Schule ausgestaltet sein, um kulturelle Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit stärker zu befördern? Welche Voraussetzungen braucht es, um diese Angebote tatsächlich zugänglich zu machen?

Diesen und anderen Fragen hat sich eine Kooperationsveranstaltung des Stiftungsverbundes Rat für Kulturelle Bildung mit den Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Haus Bastian – Zentrum für kulturelle Bildung gewidmet.

In verschiedenen digitalen Formaten beschäftigten sich bis zu 178 Teilnehmende mit den Themen Kulturelle Bildung, Schule und Bildungsgerechtigkeit – mit Impulsen, Diskussionen und Austausch.

 

Impuls von Aladin El-Mafaalani

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer Keynote von Aladin El-Mafaalani, in der er vor allem auf die ungleiche Verteilung von Kultureller Bildung einging. Kulturelle Bildung sei nicht nur eine Lösung des Problems von Ungleichheit, sondern auch ein Teil davon. Denn: Ob man z.B. ein Musikinstrument erlernt, hängt in Deutschland vor allem vom Engagement der Eltern und vom sozialen Umfeld ab. Wenn das Bildungssystem hier einen, wenn auch nur kleinen, Ausgleich schaffen möchte, dann müssten Lehrkräfte und Kulturvermittelnde „Kinder dort abholen, wo sie stehen“. Dafür sei es notwendig, dass sie sich zu folgenden Fragen Gedanken machen: Wo steht das Kind eigentlich? Wo steht man selbst? Wer oder was könnte im Weg stehen? Wo wollen wir hin, was sind die Ziele? Und wie kommen wir dorthin?
 

Podiumsdiskussion

Daran knüpfte die anschließende Podiumsdiskussion mit Heike Kropff, Andreas Lehmann-Wermser und Eckart Liebau, moderiert von Prasanna Oommen, an. Andreas Lehmann-Wermser, der zu musikalischen Bildungsangeboten forscht, wünscht sich bei Schulen und Musikschulen eine differenziertere Ansprache und einen differenzierteren Blick der Forschung auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Heike Kropff gab konkrete Einblicke zu ihren Erfahrungen im Haus Bastian mit Schulkooperationen – sie leitet die Abteilung Bildung und Kommunikation der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Sie verwies auf der Museumsseite auf eine mangelnde Diversität nicht nur bei den Besuchergruppen – „90% haben Abitur“, sondern auch in der eigenen Mitarbeiterschaft. Museen und Schulen könnten in Kooperationen viel voneinander lernen. Eckart Liebau, Vorsitzender des Rates für Kulturelle Bildung stellte fest, dass es schwierig, aber nicht unmöglich sei, den traditionellen deutschen Bildungsbegriff der Schulen für mehr Diversität zu öffnen und weiterzuentwickeln.

 

Die Diskussion können Sie sich in diesem Video anschauen.

 

Teil 2: Vier Workshops zur Vertiefung

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden die Gäste in vier Breakout-Rooms eingeteilt, um dort an Workshops teilzunehmen. Die dort besprochenen Themen wurden anschließend im Plenum zusammengetragen.

In ihrem Workshop „Fünf Fragen an kulturelle Schulentwicklung“ berichteten die Kulturagentin Annika Niemann und der Kulturagent Carsten Cremer aus Berlin, wie sie mit Susanne Reineke als Kulturbeauftragte des Carl-Friedrich-von-Siemens Gymnasiums Berlin zusammenarbeiten und wie Kulturelle Bildung langfristig an Schulen verankert werden kann. Sie stellten zudem vor, mit welchen Werkzeugen sie in der Praxis arbeiten.

Greta Hoheisel und Andrea Günther vom lab.Bode der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz berichteten in ihrem Workshop von den Chancen und Herausforderungen von Kooperationen zwischen Schule und Museum. Vor allem die Wichtigkeit langfristiger Kooperationen wurde betont, um Bildungsgerechtigkeit umsetzen zu können. Hier spielt insbesondere ein vorbereitender und begleitender Inreach in das Museum eine wichtige Rolle, um den Outreach an Schulen auch nachhaltig gestalten zu können.

Im Workshop „Musik-Programme in Schule verankern für mehr Chancengerechtigkeit: Ziele, Herausforderungen, Perspektiven“ berichteten Vertreterinnen der JeKits-Stiftung von ihren Erfahrungen. Das JeKits-Programm („Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“) aus Nordrhein-Westphalen möchte möglichst vielen Kindern den Zugang zu musikalischer bzw. tänzerischer Bildung eröffnen. Moderiert wurde der Breakout-Room von Valerie Krupp, Professorin für Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Mainz und Projektleiterin im Forschungsfonds Kulturelle Bildung.

Im vierten Breakout-Room mit dem Titel „Kulturelle Teilhabe fördern: Schultheater und seine Wirkung auf die Persönlichkeitsbildung“ wurden erste Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Bühne frei“ im Forschungsfonds Kulturelle Bildung von Prof. Dr. Carola Surkamp und Prof. Dr. Sascha Schröder, Universität Göttingen vorgestellt. Zudem gab es einen Kurzimpuls zur Lehrkräfteausbildung im Bereich Theater mit Eckart Liebau, der 2009 die Akademie für Schultheater und performative Bildung mitbegründet hat.

Am Ende konnten sich die Teilnehmenden noch beim digitalen Get-together austauschen, netzwerken und den Abend ausklingen lassen.

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