Rat für Kulturelle Bildung e. V. –
eine starke Allianz für Kulturelle Bildung!

Der Verein „Rat für Kulturelle Bildung e. V.“ mit Geschäftsstelle in Essen wird von einem Stiftungsverbund getragen, dem sieben Stiftungen angehören. Der Zusammenschluss ermöglicht es den Stiftungen, gemeinsam starke Impulse für die Weiterentwicklung und Verankerung Kultureller Bildung auf zwei Ebenen zu geben:

Diskurspolitik - durch den unabhängiger Expertenrat „Rat für Kulturelle Bildung“
Forschung - durch den „Forschungsfonds Kulturelle Bildung“

24.04.2020

Kulturelle Bildung und Corona: Was uns die Krise lehrt

Aktuelles

Position des Rates für Kulturelle Bildung

Essen, 24.04.2020

Wir sind Zeitzeuginnen und Zeitzeugen eines Ausnahmezustands. Innerhalb weniger Wochen hat sich das gesellschaftliche und kulturelle Leben drastisch geändert. Tagesroutinen, Jahrespläne und die Verlässlichkeit komplexer, arbeitsteiliger Strukturen, die unseren bisherigen Alltag ausmachten, sind bis auf Weiteres aufgehoben: Wir erleben gesellschaftliche Transformation im Schnelldurchlauf. Aber wie lange die einzelnen getroffenen Beschränkungen andauern und wohin diese führen werden, ist einstweilen unabsehbar.

Der Rat für Kulturelle Bildung nimmt die Entwicklungen der letzten Wochen sowie die noch vor uns liegenden zum Anlass, einen Blick auf die Kulturelle Bildung im Krisenmodus zu werfen.

 

Die Bund-Länder-Einigung vom 15. April 2020 bedeutet, dass uns trotz Wiederöff­nung erster Zugänge zu einzelnen Lebensbereichen starke Einschränkungen noch län­ger begleiten werden. Viele davon haben erhebliche Implikationen gerade für Kunst und Kultur und zugleich für die Kulturelle Bildung als öffentliches Gut und als zentrale Voraussetzung für kulturelle Teilhabe. Durch den von der Corona-Krise ausgelösten strukturellen Bruch sind sowohl Zugänge zu Kultureller Bildung als auch deren Qualität stark gefährdet.

Wir wissen nicht, ob und wann sich eine Rückkehr zur früheren Normalität einstellt oder welche Teile des Ausnahmezustandes sich in eine neue Normalität wandeln wer­den. Mit folgendem Debattenbeitrag beleuchtet der Expertenrat Risiken, Chancen und neue Perspektiven für die Kulturelle Bildung.

 

Kulturelle Bildung in Zeiten der Schulschließung: Nicht so wichtig oder jetzt erst recht?

Die aktuell anstehende schrittweise Öffnung der allgemeinbildenden Schulen infolge der Bund-Länder-Einigung vom 15. April 2020 zielt vor allem auf die Sicherung der Abschlüsse und Übergänge in die weiterführenden Schulen, in die Hochschulen und die berufliche Bildung beziehungsweise das Berufsleben. So wichtig diese sind, so wenig reichen diese Perspektiven aus.

Es lohnt sich, auch angesichts der Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina vom 13. April 2020 und der anstehenden Empfehlungen der Kultusministerkonferenz, gerade jetzt ein Auge darauf zu haben, welchen Stellen­wert die ästhetischen Schulfächer und Bereiche während der Krise besitzen. Werden sie – wie die entsprechende Arbeitsgruppe der Leopoldina es empfiehlt – zurückge­stellt, um die eingeschränkte Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit auf die Kern­fächer zu konzentrieren? Es kommt doch gerade jetzt darauf an, das besondere Potenzial der ästhetischen Bildung für den Umgang mit Ungewissheit und Unsicher­heit und deren individuelle und systemische Auswirkungen auf Kinder und Jugend­liche zu nutzen.

In dieser Situation – und im Prozess der Aufhebung von Beschränkungen – sind Wahrnehmung, und Gestaltung, Sinnlichkeit und Fantasie besonders gefordert. Daher muss es eine zentrale Aufgabe der Bildungseinrichtungen sein, mit Kultureller Bildung den krisenbedingten Ein­schränkungen zu begegnen und kulturelle Teilhabe sowie ein Mindestmaß an Grund­versorgung mit Möglichkeiten der ästhetischen Auseinandersetzung und Gestaltung zu gewährleisten. Dies gilt insbesondere für jene Kinder und Jugendlichen, für die die Schule ein wichtiger, vielleicht der einzige Ort der kulturellen Teilhabe und Erfah­rungsraum ästhetischer Praxis ist. Auf der praktischen Ebene kann sich nun zeigen, welche neuen Erkenntnisse dezentraler, onlinegestützter Musik-, Kunst-, Tanz- und Theaterunterricht hervorbringen kann.

Welche dieser Erkenntnisse lassen sich für den Schulbetrieb nach der Krise im Sinne der kulturellen Teilhabe und für neue Mitgestaltungs- und Ausdrucksformen produktiv nutzen? Gerade jetzt darf in der Bildungspolitik, in Schulen sowie zu gegebener Zeit in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung nicht der Fehler gemacht werden, die Ausführung ihres kulturellen Bildungsauftrags zu pausieren und den Status der ästhetischen Fächer und Bereiche zu marginalisieren. Ein solches Signal hätte auch nach der Krise noch grundsätzliche Auswirkungen und stellt Kulturelle Bildung als öffentliches Gut infrage.

 

Kontaktlose Kulturelle Bildung: Neue Chance für die Digitalisierung

Die Kontaktvermeidung friert einen großen Teil unserer bisherigen Formen der Arbeits- und Lebensgestaltung ein. Sie führt in einigen Bereichen zu einer massiven und zügi­gen Verlagerung von Aktivitäten aus öffentlichen oder institutionellen Räumen in den privaten Wohnraum in Verbindung mit virtuellen Räumen.

Dies betrifft auch die Bildungseinrichtungen. Die Umorganisation, Dezentra­lisierung und digitale Transformation von Bildung ist – vor allem im schulischen Bereich – in erster Linie eine Notlösung mit noch nicht absehbaren Folgen für die Wahrnehmungs- und Verarbeitungskapazitäten der Menschen wie auch für die ästhe­tischen Fächer.

Im non-formalen Bereich der Kulturellen Bildung haben zahlreiche Institutionen und Akteure rasch auf die Krise reagiert und bereits vorhandene Angebote erneut über ihre digitalen Kanäle promotet oder kurzfristig online abrufbare Angebote erstellt. In vielen „klassischen“ Kulturinstitutionen und Bereichen der Kulturvermitt­lung scheint der Corona-Schock eine bereits lange angezogene Handbremse zu lösen: Digitalisierung geht! Die Hoffnung ist, dass die neuartigen, in der Krise geborenen, vielfach kostenfreien Angebote zu mehr kultureller Teilhabe führen und sogar weitere Zielgruppen errei­chen. Inwiefern das zutrifft, ist eine Frage von hoher politischer und gesellschaftlicher Relevanz. Eine andere Herausforderung stellen Instrumentalunterricht, Tanz- oder Zeichenkurse über Videochat dar – Situationen, die in aller Regel von gemeinsamer räumlicher Präsenz ausgehen oder physischen Kontakt voraussetzen. Hier entsteht durch die Spontan-Digitalisierung neues Wissen über technische Brücken. Und es zeigen sich vielleicht auch neue Chancen gerade für diejenigen Bereiche Kulturel­ler Bildung, die eigentlich auf analoge Lernkonzepte setzen. Wir sollten darauf achten, nach der Krise beziehungsweise bei ihrem Abebben ein Resümee im Hinblick darauf zu ziehen, was im digitalen Bereich neu erreicht wurde, und Erfolgreiches in nachfolgendes Handeln zu integrieren.

 

Sehnsucht nach Sinnlichem und Gemeinschaft: Kulturelle Bildung gefragt

Kulturelle Aktivitäten vollziehen sich oft in Gemeinschaft. Einer der großen Folgeschäden der Krise besteht im Entzug gemeinsamer Präsenzerlebnisse und aller Aktivitäten, die sie voraussetzen. Es ist kein Zufall, dass die Entzugserscheinungen gemeinsamen Erlebens in neue Kreativität umgeleitet und Distanzen über ästheti­sche Praxen – wie dem Musizieren von Balkonen – überbrückt werden. Diese bereits sinnbildhaften Bewältigungsstrategien mit ästhetischen Mitteln machen auf die ele­mentare Bedeutung leiblich-präsenter kultureller Praxis nachdrücklich aufmerksam.

Etliche Anbieter im Kulturbereich und Akteurinnen und Akteure der Kulturellen Bildung versuchen, den Widerspruch zwischen leiblicher Distanz und ästhetischer Erfahrung kreativ auszu­hebeln. Durch „Kultur-Care-Pakete“ von Künstlerinnen und Künstlern, die Kindern und Jugendlichen „kontaktlos“ übergeben werden, durch Kunst-Clips für die krea­tive Beschäftigung unter professioneller Anleitung oder durch Aktionen wie „Corona- Diaries“, die auf den Wunsch nach Selbst- und gegenseitiger Verortung in der Krise reagieren. Solidarität zeigt sich auch in dem geteilten ästhetischen Erlebnis und in der gezielten Unterstützung von Kulturinstitutionen, Künstlerinnen und Künstlern durch die Politik und das private Umfeld.Dazu kommt, dass das kollektive Erleben der Isolation massive, vielleicht existenzi­elle Auseinandersetzungen mit den Konzepten von Nähe und Distanz, Körperlichkeit und Entkörperlichung hervorruft. Die Auseinandersetzung mit den Künsten, die ästhe­tische Praxis, hat

hierzu starke Bezüge, etwa die Leiblichkeit in den performativen und die Räumlichkeit in den Bildenden Künsten. Das ästhetische Gemeinschaftser­lebnis ist für viele Menschen ein Weg aus der Isolation – nicht ohne Grund setzen sich viele Akteurinnen und Akteure der Kulturellen Bildung seit langem für Grundversor­gung im ländlichen Raum oder für auf verschiedene Weise benachteiligte Zielgrup­pen ein. In diesen Zeiten muss Kulturelle Bildung in eine aktive Position gebracht und Konzepte für den Fall einer andauernden Kontaktbeschränkung entwickelt und umgesetzt werden.

 

Labile Strukturen: Kulturelle Bildung jetzt krisenfest machen

Die ökonomischen Nebenwirkungen der Pandemie treffen vor allem den Sektor der außerschulischen, non-formalen Kulturellen Bildung, die Honorarkräfte und freiberuf­lichen Akteurinnen und Akteure auf dem Arbeitsmarkt der Kulturellen Bildung hart. In der konkreten Bedrohungslage tritt das Machtgefälle zwischen Fördergebern und deren Partnern überdeutlich zutage. Verträge sind auch in der Kulturförderung ein­zuhalten, aber sie sind offenbar nicht krisenfest ausgestaltet. Fest steht: Regionale Bil­dungslandschaften zur Sicherung der kulturellen Grundversorgung mit Kultureller Bildung und deren Güte sind auf Strukturen und Fachkräfte, die sie mit Leben füllen, angewiesen. Deren Geschäftsmodell ist häufig prekär. Wenn Unterstützungsstrukturen wegbröckeln, werden sie den Markt der Kulturellen Bildung massenweise verlassen und es wird sehr schwierig werden, das öffentliche Gut der Kulturellen Bildung mit Abebben der Krise wieder flächendeckend bereitzustellen.

Zusätzlich ist auf inhaltlicher Ebene zu befürchten, dass lange vernachlässigte Themen der Kulturellen Bildung, die in den letzten Jahren mühsam aufgebaut und entwickelt wurden – die Diversität der kulturellen Gegenstände und ästhetischen Praxen, die Vielfalt der Perspektiven Kultureller Bildung – bei den derzeitigen Rettungsversuchen ins Abseits geraten. Jetzt ist die Zeit, den außerschulischen, dank Projektmitteln und Anschubfinanzierungen gewachsenen Bereich der Kulturellen Bildung neu aufzuziehen und ihm ein finanzielles Fundament zu geben, das in Krisenzeiten standhält. Dazu gehört zum einen, alle kreativen und administrativen Kräfte zu bündeln, um Kulturelle Bildung auch unter erschwerten Bedingungen an das Kind, den Jugendlichen, den Mann und die Frau zu bringen. Dazu gehört aber auch, die bisherigen volatilen Strukturen Kultureller Bil­dung zu hinterfragen und durch neue zu ersetzen, die nicht länger wesentliche Teile der kulturellen Bildungslandschaften von Projektförderungen und Honorarvereinba­rungen abhängig machen.

Eine möglicherweise länger andauernde Einschränkung von Face-to-Face-Begeg­nungen darf nicht zu einem Angebotsstopp Kultureller Bildung führen. Jetzt gilt es für Ministerien und Kommunen, gemeinsam mit erfahrenen Praktikerinnen und Prak­tikern Alternativangebote zu schaffen (gute Beispiele gibt es schon) sowie alter­native Verwaltungsverfahren und Maßnahmen der Infrastrukturförderung zu entwi­ckeln – nicht nur für das „Jetzt“, sondern so oder so auch für das „Danach“. Kulturelle Bildung, das lehrt uns diese Zeit, muss krisenfest gemacht werden.

 

Was lehrt uns die Krise, was lehren uns die Künste in dieser Zeit?

Die aufkommende Diskussion über das Leben nach Corona eröffnet viele Fragen neu – und bei manchen auch Raum für Utopien: Künstlerische Praxis und Kulturelle Bildung haben Interventionspotenzial. Sie können Leerstellen markieren und an den Wunsch nach Austausch und Erlebnis appellieren, der über reinen Austausch von Informati­onen hinausweist. Die Kulturelle Bildung, der das Körperliche als zentrales Moment zumindest teilweise entzogen ist, kann – und möglicherweise muss – sich nun neu erfinden. Wer bereits Grenzerfahrungen durch die Künste gemacht hat, kann in die­sen Tagen möglicherweise auf diese zurückgreifen – ebenso auf die Anerkennung des Widersprüchlichen, Unkalkulierbaren und Uneindeutigen. Diese Kompetenzen sind in einer Krise, deren Dauer und Ausgang ungewiss ist, in der die Faktenlagen sowie Bewältigungsstrategien dem Wandel unterliegen, in der Güter auf unvorher­gesehene Art gegeneinander abgewogen werden und viele Einzelne auf sich selbst zurückgeworfen sind, besonders gefragt.

Andererseits wirft die Krise Fragen an uns auf: Kann das, was wir bisher prakti­ziert haben, auch anders laufen, können beziehungsweise müssen die Strukturen und Rahmenbedingungen, für deren Erhalt wir kämpfen, auch ganz anders gestaltet werden? Auch die Feldakteure der Kulturellen Bildung, ihre Stakeholder und Gestal­ter gehen möglicherweise gerade in eine kritische Selbstbeobachtung. Der Ausnahmezustand kann uns lehren, welche Annahmen über gute Kulturelle Bildung hinterfragt werden müssen, welche auch nach der Krise noch gültig sein werden, und wie Kulturelle Bildung gestaltet werden muss, um heute und zukünftig alle Menschen zu erreichen.

 

Zusammenfassung

Die Schulen und Lehrkräfte sind bis auf Weiteres gezwungen, im Ausnah­memodus zu agieren. In den vergangenen Tagen wurden vereinzelt Empfehlungen ausgesprochen, sich vor diesem Hintergrund auf die Kernfächer wie Sprachen und Mathematik zu beschränken. Der Rat für Kulturelle Bildung sieht dies kritisch und weist gegenüber Schulen und Bildungspolitik auf das Potenzial der ästhetischen Bildung im Umgang mit Unsicherheit und Verunsicherung hin. In der Krise sollten Schulen neben der Sicherung von Übergängen und Abschlüssen auch – mitunter digitale gemeinschaftliche – ästhetische Erfahrungsräume öffnen, sowohl um ihren Allgemeinbildungsauftrag zu erfüllen als auch um den Auswirkungen der Krise auf den Einzelnen zu begegnen. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, für die Schulen teilweise der einzige Ort für kulturelle Teilhabe sind.

Zahlreiche kreative und kurzfristig ins Leben gerufene digitale Formate der Kulturellen Bildung zeigen mögliche positive Nebenwirkungen des Corona-Schocks bei den Kulturinstitutionen und weiteren non-formalen Anbietern der Kulturellen Bil­dung. Diese sollten seitens der Institutionen sowie der Jugend- und Kulturpolitik über die Krise hinaus, vor allem hinsichtlich ihres Potenzials, neue Zielgruppen zu erreichen und kulturelle Teilhabe zu stärken, evaluiert und, wo sinnvoll, verstetigt werden.

Die Sehnsucht nach Sinnlichem und Gemeinschaft, die sich in kulturellen und künstlerischen Bewältigungsstrategien auf die Krise äußert, sowie die vielen kreati­ven Strategien der Akteurinnen und Akteure Kultureller Bildung zeigen, dass Kultu­relle Bildung als Weg aus der Isolation gerade neu erfunden wird und werden muss. Kulturpolitik und -verwaltung sollten die Bemühungen der entsprechenden Akteure nach Kräften unterstützen. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass Themen, die in den letzten Jahren mühsam aufgebaut und entwickelt wurden – die Diversität der kul­turellen Gegenstände und ästhetischen Praxen, die Vielfalt der künstlerischen und kulturellen Perspektiven – jetzt nicht aus dem Blick geraten.

Die Strukturen kultureller Bildungslandschaften sind alles andere als krisen­fest – hier sind alle betreffenden Ebenen der Bildungs-, Jugend-, und Kulturpolitik und -verwaltung angesprochen, eine stabile Grundlage für kommunale und regio­nale Bildungslandschaften als Voraussetzung für das Öffentliche Gut Kulturelle Bil­dung zu schaffen, statt weiterhin auf Abruf- und Selbstausbeutungsbereitschaft in einem von Honorarkräften und Projektförderungen geprägten Feld abzustellen.

Auch die Akteure, Stakeholder und Gestalter Kultureller Bildung sind gefragt, ihre Annahmen über Qualität, Teilhabe, Zugänge im Hinblick auf Kulturelle Bildung zu reflektieren. Der Ausnahmezustand sollte uns lehren, welche dieser Annahmen konstant sind und die Krise überdauern müssen, und wie Kulturelle Bildung gestal­tet werden muss, um jetzt und in Zukunft alle Menschen zu erreichen.

 

Der Rat für Kulturelle Bildung

• setzt sich dafür ein, dass Kulturelle Bildung als Öffentliches Gut allgemein zugäng­lich ist und kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.

• ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das sich – gefördert von einem Verbund aus sieben Stiftungen – seit 2012 mit der Lage und der Qualität Kultureller Bildung in Deutschland befasst. Der Gegenstand erfordert eine sowohl wissenschaftliche als auch künstlerische Perspektive. Die elf Expertinnen und Experten bilden zentrale Bereiche ab, die Kulturelle Bildung und ihre Gestaltung betreffen: Bildungs­praxis, Wissenschaft und Künste.

• steht für eine Kulturelle Bildung, die ihre Inhalte im Kern aus künstlerischen Gegen­ständen und Praxen bezieht, Teil der Persönlichkeits- und Allgemeinbildung ist und kulturelle Teilhabe in Form von Aneignung und Gestaltung der Welt ermöglicht.

• arbeitet interdisziplinär, wissenschaftlich, künstlerisch, paritätisch und handlungs­orientiert. Bezugspunkte sind die Künste als besonderer Möglichkeitsraum, um das Verhältnis von Mensch und Welt in Wahrnehmung und Gestaltung zu erfahren. Der Rat arbeitet unabhängig von politischen und sonstigen Interessengruppen. Seine gebündelte fachliche und interdisziplinäre Expertise gibt konkrete, auf künstlerische und wissenschaftliche Erfahrung gestützte, Empfehlungen an die politischen Ent­scheiderinnen und Entscheider. Grundlagen dafür sind eigene Erkenntnisse, Exper­tisen anderer sowie der Austausch mit dem Feld der Kulturellen Bildung.

• richtet sich vorrangig an Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik und Verwal­tung in den Ressorts Kultur, Bildung sowie Kinder, Jugend und Familie sowie an Akteure der Zivilgesellschaft, die Ressourcen für Kulturelle Bildung bereitstellen.

Der Rat für Kulturelle Bildung ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das sich umfas­send mit der Lage und der Qualität Kultureller Bildung in Deutschland befasst. Ihm gehören elf Mitglieder an, die verschiedene Bereiche der Kulturellen Bildung reprä­sentieren: Tanz- und Theaterpädagogik, Musik- und Literaturvermittlung, Erziehungs­wissenschaften, Medienpädagogik, Pädagogik, Politische Bildung, Soziologie, Kultu­relle Bildung und die Künste.

Der Rat für Kulturelle Bildung ist eine Initiative der Bertelsmann Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, Karl Schlecht Stiftung, PwC-Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stiftung Mercator und der Stiftung Nantesbuch.

 

Die Expertinnen und Experten im Rat für Kulturelle Bildung

Professor Dr. Eckart Liebau, Vorsitzender des Rates für Kulturelle Bildung , Prof. i.R. für Pädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Mustafa Akça, Leiter des interkulturellen Projekts „Selam Opera“ an der Komischen Oper Berlin

Professor Dr. Johannes Bilstein , Professor für Pädagogik an der Kunstakademie Düsseldorf (bis 2018) , Lehrtätigkeit an der Folkwang Universität der Künste in Essen, der Hochschule für Musik in Köln und der Universität Innsbruck

Professorin Lydia Grün, Professur und Studiengangsleitung für Musikvermittlung an der Hochschule für Musik Detmold

Dr. Florian Höllerer, Leiter Literarisches Colloquium Berlin , Honorarprofessor am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart

Professor Dr. Benjamin Jörissen, Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur und ästhetische Bildung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg , Inhaber des UNESCO Chair in Arts and Culture in Education

Professorin Dr. Antje Klinge, Professorin für Sportpädagogik und Sportdidaktik an der Fakultät für Sportwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

Professorin Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Professorin für Kulturelle Bildung an der Universität Hildesheim

Professorin Diemut Schilling , Künstlerin, Professorin für Zeichnung und Druckgrafik, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Professor Dr. Jürgen Schupp, Senior Research Fellow in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) , Professor für Soziologie am Institut für Soziologie der FU Berlin

 

Positionspapier als PDF