Dies ist die Archiv-Seite des Rates für Kulturelle Bildung e.V.

Ab Herbst 2022 finden Sie die digitalen Publikationen des Rates für Kulturelle Bildung auf dem neuen bundesweiten Online-Portal für Kulturelle Bildung. Die Folgen des Podcasts „Kulturelle Bildung im Gespräch“ sind auf dem YouTube-Kanal der Kulturstiftung der Länder zu finden. Die Ergebnisse der aus dem Forschungsfonds (2018-2022) geförderten Projekte sind hier zusammengefasst.



Rat für Kulturelle Bildung e. V. –
eine starke Allianz für Kulturelle Bildung!

Der Verein „Rat für Kulturelle Bildung e. V.“ mit Geschäftsstelle in Essen wird von einem Stiftungsverbund getragen, dem sieben Stiftungen angehören. Der Zusammenschluss ermöglicht es den Stiftungen, gemeinsam starke Impulse für die Weiterentwicklung und Verankerung Kultureller Bildung auf zwei Ebenen zu geben:

Diskurspolitik - durch den unabhängiger Expertenrat „Rat für Kulturelle Bildung“
Forschung - durch den „Forschungsfonds Kulturelle Bildung“

09.12.2016

ZUR SACHE: Gespräche zur Kulturellen Bildung (I)

Aktuelles

Johannes Bilstein (links), Hans-Georg Soeffner (rechts). Copyright: Phil Dera.

Gut besuchte Debatte im Berliner Podewil unter dem Titel „Neu – Fremd – Anders“: Rund 70 Akteure aus Politik, Kultur, Bildungswesen und den Wissenschaften waren der gemeinsamen Einladung des Rates für Kulturelle Bildung und der Kulturprojekte Berlin GmbH zum kritischen Dialog zwischen Ratsmitglied Johannes Bilstein und dem Soziologen Hans-Georg Soeffner am 9. Dezember gefolgt. Der Abend sollte einen besonderen Blick auf die Frage werfen, wie und warum Veränderungsprozesse in unserer Gesellschaft durch Neues, Fremdes und Andersartigkeit geprägt sind und dies immer schon waren.

Nach einer kurzen Einführung durch Eckart Liebau, Vorsitzender des Expertenrates, gaben beide Diskutanten kurze Impulse; anschließend folgte der ausführliche Dialog. Den Begriffen Kultur wie auch Bildung wohne das Fremd- und Anderssein konstitutiv inne, so die große Linie des abwechslungsreichen, gut anderthalbstündigen Gesprächs. Unsere Kultur und Gesellschaft setzten sich seit langer Zeit mit dem Anderen und mit dem Fremden auseinander. Der – ohnehin unscharfe – Begriff „Kultur“ sollte deshalb in pluralen, offenen Gesellschaften durch die Mehrzahl „Kulturen“ ersetzt werden. Schon das alltägliche Leben in solchen Gesellschaften verlange von uns ständig einen 'praktischen Kulturvergleich', denn es sei geprägt durch die Konkurrenz von Kulturen und durch eine generelle wechselseitige Fremdheit der Gesellschaftsmitglieder untereinander.

"Andererseits sind auch im durchaus klassischen Verständnis Bildungsprozesse immer als Entfremdungsprozesse gedacht und diskutiert worden. Für die Künste wiederum gehört – zumindest nach neuzeitlichem Verständnis – die Begegnung mit dem Ungewohnten, Unvertrauten und Neuen zu den entscheidenden Charakteristika. In der gegenwärtigen Diskussionslage, die den Umgang mit dem Fremden auf bisher nicht gekannte Weise in den Fokus des öffentlichen Interesses und der öffentlichen Verhandlungen stellt, können die Praxen und die Diskurse um die Kulturelle Bildung insofern vor Augen führen, wie durchaus traditionell und nahezu selbstverständlich die Vermischung von Lebensformen und Lebensstilen und das kontroverse Nachdenken und Reden über diese Vermischungen sind", hieß es abschließend.


Fotoimpressionen (Copyright: Phil Dera) zur Veranstaltung gibt es auf der nachfolgenden Internetseite.

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