Forschungsfonds Kulturelle Bildung 2015-2017

Die Projekte
Eine unabhängige Kommission aus sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wählte sechs Projekte aus insgesamt 78 eingegangenen Projektanträgen für eine Förderung im Rahmen des Forschungsfonds Kulturelle Bildung aus. Es handelt sich um zweijährige, empirische Forschungsprojekte in verschiedenen künstlerischen Sparten Kultureller Bildung. Die Studien erforschen die Wirkungen spezifischer Aktivitäten bei Kindern, Jugendlichen und Studierenden sowie Künstlerinnen und Künstler beim Tanzen, zum Beispiel beim Lesen literarischer Texte, beim Gestalten von Bildern und Skulpturen sowie beim Musizieren oder Hören von Musik im Hinblick auf den Erwerb von ästhetischen, emotionalen, kognitiven, sensomotorischen und sozialen Erfahrungen und Kompetenzen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in interdisziplinären Gruppen.

Projekt 1: JuArt
Bildungsprozesse in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit. Studie
zu den Wirkungen von Angeboten und Maßnahmen der Jugendkunstschulen
und kulturpädagogischen Projekte (JuArt)

Das Projekt untersucht die Bildungswirkungen von Kursen und Projekten der Kinder und Jugendkulturarbeit, im speziellen von Angeboten der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Projekten für Kinder und Jugendliche der Alterspanne zwischen 11 und 16 Jahren. Es gliedert sich in eine quantitative Teilstudie, die an der Universität Kassel durchgeführt wird, und eine qualitative Teilstudie, die an der Philipps-Universität Marburg verantwortet wird.

Projektpartner
(1) Prof. Dr. Werner Thole, (2) Prof. Dr. Ivo Züchner

Institute
(1) Universität Kassel, Fachbereich Humanwissenschaften, „Abteilung
für Sozialpädagogik und Soziologie der Lebensalter & -lagen“
(2) Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Erziehungswissenschaften

Projekt 2: Studien zur Bildhauerei (TAP)
„Studien zur Bildhauerei. Analyse expertisegradbedingter Unterschiede
in differenzierter Wahrnehmung und plastischer Gestaltung“

Die zentrale Absicht des Projekts ist es, expertisegradbedingte Unterschiede in Prozessen der Wahrnehmung und Gestaltung in der Bildhauerei durch wissenschaftliche Analysen zu untersuchen, um diese besser zu verstehen, beschreiben und erklären zu können. Die Ergebnisse sollen im Anschluss an das Projekt dazu dienen, Förderungsmöglichkeiten und Anwendungsmodelle in der Lehr- und Lernpraxis zu entwickeln.

Projektpartner
(1) Prof. Dr. Birgit Eiglsperger, (2) Prof. Dr. Hans Gruber

Institute
(1) Universität Regensburg, Lehrstuhl für Kunsterziehung
(2) Universität Regensburg, Lehrstuhl für Pädagogik III

Projekt 3: LisE
Literarisch stimulierte Emotionalität (LisE)

Das interdisziplinär ausgerichtete Projekt untersucht, inwieweit sich emotionales Erleben in der schulischen Auseinandersetzung mit literarischen Texten sowohl durch Annahmen psychologischer Bewertungstheorien als auch durch literaturwissenschaftliche Annahmen eines textinhärenten Emotionspotenzials erklären lässt. Vor dem Hintergrund, dass Empathie als wichtige Voraussetzung für emotionales Erleben betrachtet wird, werden die Zusammenhänge von Leseaktivitäten, schulischem Unterricht und Empathiefähigkeit näher untersucht. Darüber hinaus wird geprüft, inwieweit das Verstehen literarischer Texte vom Zusammenspiel zwischen emotionalem Erleben und dem Erkennen intendierter Emotionalität abhängt. Es werden vier Teilstudien durchgeführt, zwei in Form qualitativer und quantitativer Pilotierungen sowie zwei in Form experimentell angelegter Hauptstudien (Evokationsstudie, Interventionsstudie).

Projektpartner

(1) Dr. Sofie Henschel und Prof. Dr. Petra Stanat
(2) Prof. Dr. Thorsten Roick
(3) Prof. Dr. Volker Frederking
(4) Prof. Dr. Jörn Brüggemann

Institute
(1) Humboldt-Universität zu Berlin, Institut zur Qualitätsentwicklung im
Bildungswesen (IQB)
(2) Landesamt für Schule und Lehrerbildung Brandenburg, Regionalstelle
Frankfurt (Oder)
(3) Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für
Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur
(4) Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Germanistik

Projekt 4: MusiCo
Transfereffekte musikalischer Frühförderung auf Kognition und
Leseentwicklung (MusiCo)

In dem Projekt werden die Fördereffekte musikalischer Trainings im (späten) Kindergartenalter auf lese-relevante Vorläuferkompetenzen in einem quasi-experimentellen Prä-Post-Follow-Up-Design untersucht. Hierfür werden Anfang des letzten Kindergartenjahres bei 150 4-5-jährigen Kindern (ca. 20 Kindergartengruppen) kognitive (auditive Wahrnehmungsfähigkeit, verbale und non-verbale Gedächtnisspanne, phonologische Bewusstheit) und motivational-emotionale Kompetenzen (Emotionserkennung, Affektregulation) in einer Baseline-Messung erfasst.

Projektpartner
PD Dr. Sascha Schroeder

Institut
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Max-Planck-Forschungsgruppe
REaD (Reading Education and Development)

Projekt 5: KuBiK-5
Wirkung kultureller Bildung auf Kreativität im fünften Schuljahr“
(KuBiK-5)

Es handelt sich um ein zweijähriges empirisches Forschungsprojekt, das im Rahmen einer quantitativen Längsschnittstudie mit zwei Messzeitpunkten den Fragen nach der Entwicklung von Kreativität, dem Zusammenwirken von schulischen und außerschulischen Angeboten sowie nach einem mediierenden Effekt kultureller Bildungsangebote auf Kreativität bei Schülerinnern und Schülern (Stichprobengröße von 500) im fünften Schuljahr nachgeht.

Projektpartner
(1) Prof. Dr. Nicole Berner
(2) Dr. Caroline Theurer und Prof. Dr. Frank Lipowsky

Institute
(1) Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, Windisch, Institut Sekundarstufe I+II
(2) Universität Kassel, Fachgebiet Empirische Schul- und Unterrichtsforschung

Projekt 6: Tanz und Bewegungstheater (TUB)

Projekt 6: Tanz und Bewegungstheater (TUB)
Tanz und Bewegungstheater – ein künstlerisch-pädagogisches
Projekt zur kulturellen Bildung in der Ganztagsgrundschule

In dem zweijährigen empirischen Forschungsprojekt wird in einer quasi-experimentellen Längsschnittuntersuchung im Kontrollgruppendesign nach den Wirkungen kultureller Bildung am Beispiel eines dreimonatigen Bildungsangebots im Tanz und Bewegungstheater im Rahmen der Ganztagsgrundschule in Bezug auf die Indikatoren Kreativität, Selbstkonzept und emotionale Kompetenz gefragt. Dazu werden rund 250 Kinder im Grundschulalter zu drei Messzeitpunkten (vor, unmittelbar nach sowie sechs Monate nach Abschluss des Bildungsangebots) anhand verschiedener standardisierter Testverfahren getestet.

Projektpartner
(1) Prof. Dr. Martin Stern, (2) Dr. Claudia Steinberg, (3) Prof. Dr. Yvonne
Hardt, (4) Prof. Dr. Nils Neuber

Institute
(1) Philipps-Universität Marburg, Institut für Sportwissenschaft und Motologie
(2) Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Sportwissenschaft
(3) Hochschule für Musik und Tanz Köln
(4) Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Sportwissenschaft,
Arbeitsbereich Bildung und Unterricht im Sport