Forschungsfonds

Der „Forschungsfonds Kulturelle Bildung. Studien zu den Wirkungen Kultureller Bildung“ ist ein Projekt des Rates für Kulturelle Bildung e.V., gefördert durch die Stiftung Mercator. Ziel des Forschungsfonds ist es, zur Formulierung von wissenschaftsgestützten Argumenten für die Anerkennung von Kultureller Bildung als gleichwertigem Teil von allgemeiner Bildung beizutragen.

Umsetzung
Die Umsetzung der Projekte begann im Januar 2015. Am 12. Juni 2017 wurden die Ergebnisse im Rahmen eines Workshops vor 80 Experten aus den Wissenschaften, dem Feld der Kulturellen Bildung und Vertreterinnen und Vertretern aus Bildungs- und Kulturpolitik vorgestellt.

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Neue Belege für positive Wirkungen Kultureller Bildung

„Die Ergebnisse sind bildungspolitisch hoch relevant“, sagt Winfried Kneip, Vorstandsmitglied des Rats für Kulturelle Bildung e.V. (Essen), der die Studien aus Mitteln der Stiftung Mercator gefördert hat. „Unter anderem konnte die positive Wirkung musikalischer Aktivitäten auf die Sprachentwicklung belegt werden. Das öffnet neue Perspektiven für die Sprachförderung von Kindern ungeachtet ihrer Herkunft. Die Forschungsprojekte haben auch gezeigt, dass Tanz und Bewegungstheater die Kreativität und Persönlichkeitsentwicklung von bildungsbenachteiligten Kindern unterstützen. Diese Resultate unterstreichen einmal mehr, wie wichtig qualifizierte Angebote Kultureller Bildung sind, beispielsweise in Ganztagsschulen.“

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Stabile Evidenzen für positive Effekte Kultureller Bildung auf andere Fähigkeitsbereiche

PD Dr. Sascha Schroeder, Projektleiter der vom Forschungsfonds Kulturelle Bildung geförderten Studie MusiCo beim Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, sagt: „Es lässt sich festhalten, dass es stabile Evidenzen für Transfereffekte von Musik auf andere Fähigkeitsbereiche gibt, und zwar nicht nur aus Zusammenhangsstudien, sondern auch aus experimentellen Trainingsstudien.“ Prof. Dr. Nicole Berner von der Fachhochschule Nordwestschweiz ergänzt: „In unserer Studie KuBIK5 konnten wir zeigen, dass Schülerinnen und Schüler, die im Verlauf des fünften Schuljahres auf die eine oder andere Weise tanz , musik-, kunst- oder theaterpädagogisch aktiv waren, sich in Teilbereichen ihrer Kreativität günstiger entwickeln konnten als Schülerinnen und Schüler, die keine kulturellen Angebote während des fünften Schuljahres besucht haben.“

Forschungsergebnisse stützen gesellschaftspolitische Dimension Kultureller Bildung

Auch die weiteren Studien im Forschungsfonds brachten bedeutende Ergebnisse zu Tage: So konnte die TUB-Studie (Abkürzungen siehe Link unten) zeigen, dass Kinder aus Brennpunktschulen nach der Teilnahme an einem Tanz- und Bewegungstheater-Angebot tendenziell besser ihre Gefühle ausdrücken können. Das JuArt-Projekt an 37 Jugendkunstschulen lieferte Befunde über die förderliche Wirkung dortiger Angebote auf das künstlerisch-ästhetische Selbstkonzept und die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das noch andauernde LisE-Projekt brachte Hinweise, dass Empathie eine eigene Teilkompetenz für literarisches Verstehen darstellt, was die Notwendigkeit unterstreicht, Empathie im Literaturunterricht gezielt zu fördern. Auch das TAP-Projekt lieferte Befunde, die einen Beitrag zur Verbesserung von Lehr- und Lernprogrammen – hier im Feld der bildenden Künste – zu leisten vermag. „Insgesamt untermauern die Ergebnisse des Forschungsfonds Kulturelle Bildung die Auffassung, dass Kulturelle Bildung eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für unsere Gesellschaft besitzt“, so Winfried Kneip.

Zu den einzelnen Studien