Mitglieder des Rates

Die Expertinnen und Experten im Rat für Kulturelle Bildung wurden unter beratender Begleitung einer unabhängigen Findungskommission von der die beteiligten Stiftungen repräsentierenden Mitgliederversammlung des Vereins "Rat für Kulturelle Bildung e.V." für bis zu drei Jahre berufen; eine Wiederberufung für bis zu drei Jahre ist möglich. Die Ratsmitglieder repräsentieren keine Verbände, Institutionen, Parteien oder Konfessionen und sind auch gegenüber dem Verein unabhängig und an keine Weisungen gebunden.

Prof. Dr. Eckart Liebau

Vorsitzender des Rates für Kulturelle Bildung

UNESCO-Chair in Arts and Culture in Education, Universität Erlangen-Nürnberg

Kulturelle Bildung ist eines meiner Lebensthemen. Dabei geht es um die Kultivierung des Alltags, um das Gelingen des Lebens und des Zusammenlebens. Ich bin überzeugt, dass die Künste, Theater, Musik, Bildende Kunst, Literatur, Tanz, Film etc., in diesem Zusammenhang keinen überflüssigen Luxus darstellen, sondern ein absolut notwendiges Lebenselixier. Es sollte allen Menschen zugänglich gemacht werden, weil man es zu einem guten Leben braucht. Das gilt in modernen Zeiten stärker denn je. Deshalb engagiere ich mich gerne im Rat für Kulturelle Bildung und hoffe, dass ich die mit dem Vorsitz in diesem Rat verbundenen Gestaltungschancen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Kulturellen Bildung fruchtbar machen kann.

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Eckart Liebau

Prof. Dr. Holger Noltze

Sprecher des Rates für Kulturelle Bildung

Professor für Musik und Medien, TU Dortmund
Journalist, Autor

Im Bereich der musikalischen Förderung sehe ich die Tendenz, den guten Willen gleich schon für die gute Tat zu nehmen, weil Musik, vor allem die ‚klassische‘, selbst schon so gut ist. An die wohltätigen Wirkungen von Musikvermittlung werden Erwartungen gestellt, die kaum zu erfüllen sind. Das ist bedauerlich, denn auf diese Weise gerät außer Sicht, was Musik als ästhetische Erfahrung sein kann. Der Rat für Kulturelle Bildung interessiert mich als eine Plattform, um unabhängig von einer Politik der Interessen nachzudenken über Kunst und Kultur als Ressource für diese Gesellschaft. Der Rat bietet mit seinen vielfältigen Kompetenzen die Chance, Dinge weiter zu entwickeln und eine größere Öffentlichkeit zu sensibilisieren, wie ästhetische Erfahrung in einer funktionsfixierten Welt wirken kann – auch, weil sie gar nichts können muss.

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Holger Noltze

Prof. Dr. Johannes Bilstein

Professor für Pädagogik an der Kunstakademie Düsseldorf
Dekan des Fachbereichs Kunstbezogene Wissenschaften, Kunstakademie Düsseldorf

Kinder und Jugendliche machen im Bereich der Kulturellen Bildung wichtige und unverzichtbare Erfahrungen und können einzigartige Lernerlebnisse haben, wenn sie von erfahrenen Künstlern begleitet werden: beim Malen und Bildhauen, Tanzen und Singen, literarisch Schreiben, Musizieren und Schauspielern. In dem unabhängigen Rat aus Künstlern, Pädagogen und Wissenschaftlern möchte ich dazu beitragen, das Feld der Kulturellen Bildung aus einer kritisch-solidarischen Perspektive heraus zu begleiten und zu fördern.

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Johannes Bilstein

Prof. Danica Dakić

Künstlerin
Professorin des Masterstudiengangs „Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien“, Bauhaus-Universität Weimar

Kulturelle Bildung verstehe ich als Lernen in Zusammenhängen, den Umgang mit kulturellen Übersetzungen und den damit verbundenen Missverständnissen und Brüchen. Künstlerisches Arbeiten ermöglicht solches Lernen. Das konnte ich in vielen Projekten erfahren: sowohl als Lehrende und Professorin an der Bauhaus Universität, wie auch in eigenen künstlerischen Produktionen. Heterogenität ist der Alltag, den ich lebe, und ich erlebe diesen als großes Potenzial. Als Künstlerin erhoffe ich mir von der Mitgliedschaft im Rat, mehr experimentelle Räume zu schaffen zwischen künstlerischer Praxis, Bildung und  Öffentlichkeit.

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Danica Dakić

Dr. Florian Höllerer

Leiter Literarisches Colloquium Berlin
Honorarprofessor am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart

Dreizehn Jahre lang leitete ich das Literaturhaus Stuttgart, das die Kulturelle Bildung für Jugendliche zum wesentlichen Teil seiner Arbeit gemacht hat – zunächst mit Schreibwerkstätten im Haus, dann mit Tandems von Autoren und Deutschlehrern in Stuttgarter Schulen und schließlich mit einem Fortbildungsprogramm für Deutschlehrer in ganz Baden-Württemberg. Lyrik und Prosa standen ebenso auf dem Programm wie Comic oder Reportage. Der Blick über Genregrenzen hinweg prägt auch meinen neuen Arbeitsort, das Literarische Colloquium Berlin. Als Gästehaus, Werkstatt und Veranstaltungsforum stellt es sich in den Dienst von Autoren und literarischen Übersetzern. In die Öffentlichkeit strahlt es durch die Online-Portale „literaturport.de“, „lesungen.net“, die Zeitschrift „Literatur im technischen Zeitalter“ und zahlreiche internationale Programme. Vor diesem Hintergrund freue ich mich über die interdisziplinäre Zusammensetzung des Rats. Gerade was Kulturelle Bildung angeht, sehe ich im Erfahrungsaustausch von Kunst, Musik, Theater, Literatur sowie den Wissenschaften ein großes und vielfach brachliegendes Potential.

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Florian Höllerer

Prof. Dr. Antje Klinge

Professorin für Sportpädagogik und Sportdidaktik an der Fakultät für Sportwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum

Als Vertreterin des Bereichs Tanz kann ich im Rat dazu beitragen, dass zum einen die Kunstparte Tanz und zum anderen die leibliche Dimension von Bildung und Kultur einen unzweifelhaften Stellenwert in der Debatte um Kulturelle Bildung erhalten. Trotz der vielen Programme und Projekte von Kultur und Schule gibt es das Thema Kulturelle Bildung hier nur ansatzweise. Der Rat stärkt mich, meine Initiativen zur Implementierung von Studien zur Kulturellen Bildung in der Lehrerausbildung weiter voran zu treiben. Die interdisziplinäre Zusammensetzung des Rates ist dafür sehr inspirierend und fruchtbar, die verbands- wie fachpolitische Unabhängigkeit sehr wesentlich.

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Antje Klinge

Shermin Langhoff

Intendantin des Maxim Gorki Theaters, Berlin

Als Kind von Arbeitern und Migranten weiß ich, das schulische und außerschulische kulturelle und politische Bildung eine Notwendigkeit ist für den Zugang zu Gestaltungs- und Partizipationsmöglichkeit in der Gesellschaft. Aufgrund eigener Erfahrung habe ich später mit der „Akademie der Autodidakten“ und vielen anderen künstlerischen Projekten in den vergangenen Jahren zur Praxis von kultureller Bildung beigetragen. Als Mitglied im Rat für die Künste Berlin war ich beteiligt an der kulturpolitischen Initiative für Kulturelle Bildung. Ich hoffe, dass der Rat für kulturelle Bildung dazu beitragen kann, eine kritische Orientierungshilfe für Praxis und Politik zu leisten.

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Shermin Langhoff

Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss

Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Professorin für Kulturelle Bildung an der Universität Hildesheim

Kulturelle Bildung hat seit der Jahrtausendwende in der Pädagogik, der Politik und der Öffentlichkeit an Aufmerksamkeit gewonnen. Ich bin überzeugt davon, dass Kulturelle Bildung einen unverzichtbaren Bestandteil der Allgemeinbildung darstellt. Daher arbeite ich aktiv daran, dass ästhetische Bildungsangebote fest im Kindergarten- und Schulalltag verankert werden. Auch Erwachsene und SeniorInnen sollen leichten Zugang zu Kunst und Kultur finden. Mit meinen Erfahrungen als Professorin für Kulturelle Bildung an der Universität Hildesheim und als Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel möchte ich auch im Rat dafür eintreten, die Möglichkeiten und Qualitäten der Aus- und Weiterbildungswege von Kulturschaffenden und KulturvermittlerInnen zu verbessern.

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Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss

Prof. i. R. Dr. Christian Rittelmeyer

Prof. für Erziehungswissenschaft am Pädagogischen Seminar der Universität Göttingen (bis 2003)

Welche bildenden Wirkungen haben künstlerische Tätigkeiten, welche Argumente gibt es für ihre Unterstützung? Ich habe in meinem Buch „Warum und wozu ästhetische Bildung“ (2010) eine spezielle Argumentationsform, die sogenannte Transferforschung, kritisch beschrieben. Deren Einseitigkeit macht es erforderlich, die bildenden Wirkungen künstlerischer Tätigkeiten qualifizierter – unter anderem durch biographische Analysen – zu erforschen. Das seit Jahren bestehende Interesse, die Bedeutung künstlerischer Erfahrungen für den Bildungsprozess aufzuklären und die kulturelle Bildung neben den sogenannten MINT-Fächern und PISA-Kompetenzen in ihrem Bildungssinn auszuweisen, hat mich zur Mitarbeit im Rat motiviert.

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Christian Rittelmeyer

Prof. Diemut Schilling

Künstlerin
Professorin für Zeichnung und Druckgrafik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Jeder war als Kind schon einmal Entdeckerin, Kapitän, Schurke und Heldin, Prinzessin oder König. Die Unmittelbarkeit und Ernsthaftigkeit mit der Kinder ihre Welt erschließen, fordert mich als Künstlerin immer wieder heraus, systemrelevante Konzepte der Kunst, wie Authentizität und Innovation, kritisch zu hinterfragen. In der Interaktion mit der Welt und sich selbst die Welt zu erkennen, das ist ein Grundanliegen aller Künste, wie auch fester Bestandteil einer jeden Bildung. Mit meinen langjährigen Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Kunst, Gesellschaft und künstlerischen Partizipationsprojekten möchte ich mich im Rat dafür einsetzen, die kraftvolle Begegnung von den Künsten und der Bildung aufmerksam auszuloten und zu fördern.

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Diemut Schilling

Prof. Dr. Jürgen Schupp

Direktor der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professor für Soziologie am Institut für Soziologie der FU Berlin

Kultureller Bildung im Feld einer empirisch verfahrenden Kultursoziologie mehr Geltung zu verschaffen und sich verstärkt auch den Wechselwirkungen von Nachfrage und Angebot Kultureller Bildung zu widmen, prägen mein Interesse am Rat. Dass die Ausübung kultureller Freizeitaktivitäten auch als „Investition“ in Bildung zu begreifen ist, kann mittlerweile auch durch eine Reihe empirischer Studien belegt werden; mehr noch: Es gibt begründete Hinweise dafür, dass die förderlichen Wirkungen musischer Aktivitäten eine größere Wirkung bei Kindern aus bildungsferneren Familien zu entfalten vermögen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund stellen Forderungen an die Politik, Kulturelle Bildung verstärkt mit öffentlichen Mitteln zu fördern auch einen sinnvollen Beitrag dar, die gestiegene Chancenungleichheit in Deutschland zu begrenzen.

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Jürgen Schupp