Mitglieder des Rates

Die Expertinnen und Experten im Rat für Kulturelle Bildung wurden unter beratender Begleitung einer unabhängigen Findungskommission von der die beteiligten Stiftungen repräsentierenden Mitgliederversammlung des Vereins "Rat für Kulturelle Bildung e.V." für bis zu drei Jahre berufen; eine Wiederberufung für bis zu drei Jahre ist möglich. Die Ratsmitglieder repräsentieren keine Verbände, Institutionen, Parteien oder Konfessionen und sind auch gegenüber dem Verein unabhängig und an keine Weisungen gebunden.

Prof. Dr. Eckart Liebau

Vorsitzender des Rates für Kulturelle Bildung

UNESCO-Chair in Arts and Culture in Education, Universität Erlangen-Nürnberg

Kulturelle Bildung ist eines meiner Lebensthemen. Dabei geht es um die Kultivierung des Alltags, um das Gelingen des Lebens und des Zusammenlebens. Ich bin überzeugt, dass die Künste, Theater, Musik, Bildende Kunst, Literatur, Tanz, Film etc., in diesem Zusammenhang keinen überflüssigen Luxus darstellen, sondern ein absolut notwendiges Lebenselixier. Es sollte allen Menschen zugänglich gemacht werden, weil man es zu einem guten Leben braucht. Das gilt in modernen Zeiten stärker denn je. Deshalb engagiere ich mich gerne im Rat für Kulturelle Bildung und hoffe, dass ich die mit dem Vorsitz in diesem Rat verbundenen Gestaltungschancen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Kulturellen Bildung fruchtbar machen kann.

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Eckart Liebau

Mustafa Akça

Leiter des interkulturellen Projekts „Selam Opera“ an der Komischen Oper Berlin

Als gebürtiges Berliner Gastarbeiterkind ist es für mich eine Herzensangelegenheit, kulturelle Bildung noch beweglicher zu denken und zu gestalten. Dadurch, dass ich in zwei Sprachen und damit in zwei kulturellen Welten zu Hause bin, eröffnet sich mir ein erweitertes Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen in einer bunten Stadtgesellschaft. Ich empfinde es als Privileg und Bereicherung mich in unterschiedlichen Milieus bewegen und Menschen ansprechen zu können. Diese Fähigkeit zusammen mit inspirierenden Gedanken hoffe ich, in die Arbeit des Rates für Kulturelle Bildung einbringen zu können. Dazu trägt auch meine berufliche Vergangenheit  in ihrer ganzen Bandbreite bei. Sie reicht von der Handwerksausbildung, über den Schauspielberuf und die langjährige Tätigkeit im Quartiersmanagement bis zum aktuellen interkulturellen Aufgabenfeld an der Komischen Oper Berlin.
Da Kulturelle Bildung in ihrer vielfältigen Ausprägung nicht nur die Lebensqualität erhöht, sondern ein Lebensrecht darstellt, ist es mein Credo, dass allen Menschen in dieser Gesellschaft, egal welchen kulturellen Hintergrunds, der Zugang dazu möglich gemacht werden soll. Ich wünsche mir, dass meine Mitarbeit im Rat für kulturelle Bildung dazu beitragen kann, diesem Ziel näherzukommen.

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Mustafa Akça

Prof. Dr. Johannes Bilstein

Professor für Pädagogik an der Kunstakademie Düsseldorf
Dekan des Fachbereichs Kunstbezogene Wissenschaften, Kunstakademie Düsseldorf

Kinder und Jugendliche machen im Bereich der Kulturellen Bildung wichtige und unverzichtbare Erfahrungen und können einzigartige Lernerlebnisse haben, wenn sie von erfahrenen Künstlern begleitet werden: beim Malen und Bildhauen, Tanzen und Singen, literarisch Schreiben, Musizieren und Schauspielern. In dem unabhängigen Rat aus Künstlern, Pädagogen und Wissenschaftlern möchte ich dazu beitragen, das Feld der Kulturellen Bildung aus einer kritisch-solidarischen Perspektive heraus zu begleiten und zu fördern.

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Johannes Bilstein

Prof. Danica Dakić

Künstlerin
Professorin des Masterstudiengangs „Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien“, Bauhaus-Universität Weimar

Kulturelle Bildung verstehe ich als Lernen in Zusammenhängen, den Umgang mit kulturellen Übersetzungen und den damit verbundenen Missverständnissen und Brüchen. Künstlerisches Arbeiten ermöglicht solches Lernen. Das konnte ich in vielen Projekten erfahren: sowohl als Lehrende und Professorin an der Bauhaus Universität, wie auch in eigenen künstlerischen Produktionen. Heterogenität ist der Alltag, den ich lebe, und ich erlebe diesen als großes Potenzial. Als Künstlerin erhoffe ich mir von der Mitgliedschaft im Rat, mehr experimentelle Räume zu schaffen zwischen künstlerischer Praxis, Bildung und  Öffentlichkeit.

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Danica Dakić

Lydia Grün

Geschäftsführerin des netzwerk junge ohren e.V.

In der Musikvermittlung geht es darum, Beziehungen zu (neuem) Publikum aufzubauen. Das beschränkt sich nicht mehr nur auf das musikalische Programm oder Konzert-Formate an Orten traditioneller künstlerischer Praxis. Partizipative und inklusive Ansätze sind mittlerweile integraler Bestandteil von Vermittlung; gerade für Zielgruppen, die wir gewinnen und einladen wollen, indem wir etablierte Kulturorte verlassen: mit Workshops und Kompositionsprojekten oder auch generationsübergreifenden Konzertangeboten – an allen Orten unserer Stadt oder im ländlichen Raum. Diese Perspektive, die nicht zuletzt eine Frage von wacher gesellschaftspolitischer Haltung ist, in den Rat für Kulturelle Bildung einzubringen, ist mir ein wichtiges Anliegen.

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Lydia Grün

Dr. Florian Höllerer

Leiter Literarisches Colloquium Berlin
Honorarprofessor am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart

Dreizehn Jahre lang leitete ich das Literaturhaus Stuttgart, das die Kulturelle Bildung für Jugendliche zum wesentlichen Teil seiner Arbeit gemacht hat – zunächst mit Schreibwerkstätten im Haus, dann mit Tandems von Autoren und Deutschlehrern in Stuttgarter Schulen und schließlich mit einem Fortbildungsprogramm für Deutschlehrer in ganz Baden-Württemberg. Lyrik und Prosa standen ebenso auf dem Programm wie Comic oder Reportage. Der Blick über Genregrenzen hinweg prägt auch meinen neuen Arbeitsort, das Literarische Colloquium Berlin. Als Gästehaus, Werkstatt und Veranstaltungsforum stellt es sich in den Dienst von Autoren und literarischen Übersetzern. In die Öffentlichkeit strahlt es durch die Online-Portale „literaturport.de“, „lesungen.net“, die Zeitschrift „Literatur im technischen Zeitalter“ und zahlreiche internationale Programme. Vor diesem Hintergrund freue ich mich über die interdisziplinäre Zusammensetzung des Rats. Gerade was Kulturelle Bildung angeht, sehe ich im Erfahrungsaustausch von Kunst, Musik, Theater, Literatur sowie den Wissenschaften ein großes und vielfach brachliegendes Potential.

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Florian Höllerer

Prof. Dr. Benjamin Jörissen

Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur, ästhetische Bildung und Erziehung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Die rasanten medialen, technologischen, ökonomischen, ökologischen und migrationsbezogenen Veränderungen unserer Zeit greifen tief in tradierte kulturelle Gefüge ein und transformieren sie. Kulturelle Bildung muss diese kulturellen Veränderungen verarbeiten und gestalten helfen, und zwar auf hohem pädagogischem und ästhetischem Niveau. Denn Künste und andere ästhetische Praktiken sind Spiegel und auch Mittel von Veränderung: Sie bauen Brücken zum Neuen, Anderen und Zukünftigen. Im interdisziplinären Diskurs des Rates für Kulturelle Bildung sehe ich eine gute Plattform, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung Kultureller Bildung mit fachlichen Argumenten auch einem breiteren Publikum jenseits des wissenschaftlichen Zirkels nahezubringen.

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Benjamin Jörissen

Prof. Dr. Antje Klinge

Professorin für Sportpädagogik und Sportdidaktik an der Fakultät für Sportwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum

Als Vertreterin des Bereichs Tanz kann ich im Rat dazu beitragen, dass zum einen die Kunstparte Tanz und zum anderen die leibliche Dimension von Bildung und Kultur einen unzweifelhaften Stellenwert in der Debatte um Kulturelle Bildung erhalten. Trotz der vielen Programme und Projekte von Kultur und Schule gibt es das Thema Kulturelle Bildung hier nur ansatzweise. Der Rat stärkt mich, meine Initiativen zur Implementierung von Studien zur Kulturellen Bildung in der Lehrerausbildung weiter voran zu treiben. Die interdisziplinäre Zusammensetzung des Rates ist dafür sehr inspirierend und fruchtbar, die verbands- wie fachpolitische Unabhängigkeit sehr wesentlich.

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Antje Klinge

Thomas Krüger

Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

Politische und Kulturelle Bildung gehören für mich zusammen. Beide Ansätze suchen Antworten auf die Frage, wie Menschen sich Welt aneignen, darin leben und handeln können. Im Wechselspiel zwischen Subjekt und Welt spielt politisches Gestalten eine ähnlich große Rolle wie Verstehen durch die Künste. Trotz deutlicher Unterschiede in den methodischen Herangehensweisen und auch den Gegenständen von Bildung geht es doch jeweils auch um die Öffnung von Kommunikations- und Reflexionsräumen, die Selbstwirksamkeitserfahrungen und utopische Arbeit an der Zukunft ermöglichen. Da die zurzeit dominierenden gesellschaftlichen und politischen Konflikte vorwiegend kultureller Natur sind, werden kulturelle und politische Bildung aktuell stark herausgefordert ihre Potenziale gemeinsam neu auszuloten. Nicht zuletzt aufgrund meiner ostdeutschen Herkunft weiß ich, dass es dabei auch darum gehen muss, das Widerständige herauszuarbeiten, das beiden Bildungsweisen eigen ist. Nicht durch Weltflucht im Sinne politischer Enthaltsamkeit kann Kunst ihre Autonomie und kulturelles Lernen seine Distanz bewahren, sondern durch Kritik, Irritation und Wissen um die Bedingungen von Handlungsfähigkeit, wie sie die politische Bildung vermittelt.

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Thomas Krüger

Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss

Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Professorin für Kulturelle Bildung an der Universität Hildesheim

Kulturelle Bildung hat seit der Jahrtausendwende in der Pädagogik, der Politik und der Öffentlichkeit an Aufmerksamkeit gewonnen. Ich bin überzeugt davon, dass Kulturelle Bildung einen unverzichtbaren Bestandteil der Allgemeinbildung darstellt. Daher arbeite ich aktiv daran, dass ästhetische Bildungsangebote fest im Kindergarten- und Schulalltag verankert werden. Auch Erwachsene und SeniorInnen sollen leichten Zugang zu Kunst und Kultur finden. Mit meinen Erfahrungen als Professorin für Kulturelle Bildung an der Universität Hildesheim und als Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel möchte ich auch im Rat dafür eintreten, die Möglichkeiten und Qualitäten der Aus- und Weiterbildungswege von Kulturschaffenden und KulturvermittlerInnen zu verbessern.

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Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss

Prof. i. R. Dr. Christian Rittelmeyer

Prof. für Erziehungswissenschaft am Pädagogischen Seminar der Universität Göttingen (bis 2003)

Welche bildenden Wirkungen haben künstlerische Tätigkeiten, welche Argumente gibt es für ihre Unterstützung? Ich habe in meinem Buch „Warum und wozu ästhetische Bildung“ (2010) eine spezielle Argumentationsform, die sogenannte Transferforschung, kritisch beschrieben. Deren Einseitigkeit macht es erforderlich, die bildenden Wirkungen künstlerischer Tätigkeiten qualifizierter – unter anderem durch biographische Analysen – zu erforschen. Das seit Jahren bestehende Interesse, die Bedeutung künstlerischer Erfahrungen für den Bildungsprozess aufzuklären und die kulturelle Bildung neben den sogenannten MINT-Fächern und PISA-Kompetenzen in ihrem Bildungssinn auszuweisen, hat mich zur Mitarbeit im Rat motiviert.

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Christian Rittelmeyer

Prof. Diemut Schilling

Künstlerin
Professorin für Zeichnung und Druckgrafik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Jeder war als Kind schon einmal Entdeckerin, Kapitän, Schurke und Heldin, Prinzessin oder König. Die Unmittelbarkeit und Ernsthaftigkeit mit der Kinder ihre Welt erschließen, fordert mich als Künstlerin immer wieder heraus, systemrelevante Konzepte der Kunst, wie Authentizität und Innovation, kritisch zu hinterfragen. In der Interaktion mit der Welt und sich selbst die Welt zu erkennen, das ist ein Grundanliegen aller Künste, wie auch fester Bestandteil einer jeden Bildung. Mit meinen langjährigen Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Kunst, Gesellschaft und künstlerischen Partizipationsprojekten möchte ich mich im Rat dafür einsetzen, die kraftvolle Begegnung von den Künsten und der Bildung aufmerksam auszuloten und zu fördern.

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Diemut Schilling

Prof. Dr. Jürgen Schupp

Direktor der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professor für Soziologie am Institut für Soziologie der FU Berlin

Kultureller Bildung im Feld einer empirisch verfahrenden Kultursoziologie mehr Geltung zu verschaffen und sich verstärkt auch den Wechselwirkungen von Nachfrage und Angebot Kultureller Bildung zu widmen, prägen mein Interesse am Rat. Dass die Ausübung kultureller Freizeitaktivitäten auch als „Investition“ in Bildung zu begreifen ist, kann mittlerweile auch durch eine Reihe empirischer Studien belegt werden; mehr noch: Es gibt begründete Hinweise dafür, dass die förderlichen Wirkungen musischer Aktivitäten eine größere Wirkung bei Kindern aus bildungsferneren Familien zu entfalten vermögen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund stellen Forderungen an die Politik, Kulturelle Bildung verstärkt mit öffentlichen Mitteln zu fördern auch einen sinnvollen Beitrag dar, die gestiegene Chancenungleichheit in Deutschland zu begrenzen.

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Jürgen Schupp